Bucht vor Romazzino – Sardinien / Italien – Lefkimmi – Korfu / Griechenland

Bucht vor Romazzino – Sardinien / Italien – Tyrrhenisches Meer / Italien
11.-12.08.2017

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kleinen Erfrischung im kühlen Nass entschließen wir in die nächste Bucht zu fahren. Cala di Volpe ist die Bucht der Schönen und Reichen an der Costa Smeralda. Schon beim Einfahren entdecken wir riesige, private Mooring Tonnen und die ersten Giganten lassen nicht lang auf sich warten.

Das passende Beiboot selbstverständlich dazu.

Weiter drinnen in der Bucht, gut geschützt vor dem sich aufbäumenden Wind, finden wir ein kleines Plätzchen neben zwei oder drei halbwegs normalen Booten. Da Schwimmen oder Schnorcheln in der aufgewühlten Bucht keinen Sinn machen, werkeln wir ein wenig an Bord. Immer wieder müssen wir alles was nicht niet- und nagelfest ist festhalten, weil die Beiboote der Megayachten an uns vorbeischießen.

Karl entdeckt, dass die Boote immer hin und her zwischen den Yachten und einem Luxushotel fahren. Das wollen wir uns einmal genauer ansehen und so dümpeln wir mit unserem Schlauchboot in Richtung High Society. In dem kleinen hoteleigenen Hafen legen wir an und schlendern über die Anlage.

Ein wirklich schönes, sehr gepflegtes Hotel. Ohne die Autos vor dem Eingang, den Länden namenhafter Luxuslabels im Foyer und den Beibooten im Hafen würde einem der Luxus gar nicht so ins Auge springen. Langsam wird der Wind stärker und es wird auch ein wenig frisch. So fahren wir wieder zu Pelican und schieben uns eine Pizza in den Ofen. Als es dunkel wird, ist es dann wirklich kalt und so kuscheln wir uns auf unsere Sitzbank, machen die Kerzen an & genießen das Schaukeln der vorbei düsenden Boote.

Am nächsten Tag sieht der Wetterbericht vielversprechend aus und wir beschließen gegen Nachmittag Kurs in Richtung Sizilien aufzunehmen. Da warten ca. 300sm also fast 600km auf uns, das wird die längste Tour ohne Land bisher. Wir bereiten Pelican soweit vor, geben unseren Lieben in Deutschland noch kurz Meldung und machen uns dann auf den Weg. Beim Auslaufen aus der Bucht erspäht Karl unser nächstes Highlight. Die zweitgrößte, private Segelyacht der Welt, Maltese Falcon steht dort vor Anker. Ich schnappe mir die Kamera, laufe vorn zum Bug und knipse was das Zeug hält.

Beeindruckend und wirklich schön! Wir hissen unsere Segel und nehmen Kurs auf Richtung Sizilien bis ein Blick nach hinten zeigt, dass auch die Maltese Falcon den Anker gelichtet hat und ebenfalls in unsere Richtung segelt. Das ist nun wirklich ein Highlight mehr, sie jetzt mit allen drei Segeln dahingleiten zu sehen.

Wir sind ganz gebannt und müssen uns zwingen ab und zu den Blick nach vorn zu richten. Kurze Zeit später bricht dann der Ausnahmezustand auf Pelican aus, denn soeben ist die SY A an einer Insel aufgetaucht.

Dank unseres AIS sehen wir, dass sich die zwei größten Segelyachten der Welt gleich in Reichweite unserer Kamera kreuzen werden. Wieder klicken wir drauf los was das Zeug hält.

Sprachlos bestaunen wir das Spektakel und können unser Glück noch nicht fassen als die SY A wenig später in Richtung Cala di Volpe und die Maltese Falcon hinter der nächsten Insel verschwinden. Für uns geht es weiter mit Kurs auf Sizilien.

Die Balance halten beim Essen machen.

 

Tyrrhenisches Meer / Italien – Le Castella / Italien
13.-18.08.2017

Die zwei Seetage ziehen an uns vorüber und wir verbringen sie hauptsächlich mit dem Bestaunen von Sonnenauf- und Untergängen, lesen, schlafen, planschen und Sterne gucken.

Morgens an Tag drei entdecken wir Land am Horizont. Wir erreichen die Insel Stromboli, eine der Liparischen Inseln, welche nördlich von Sizilien liegen.

Wir haben wieder Netz – Erst mal die Lieben daheim benachrichtigen.

Wir verbringen den Tag damit von Insel zu Insel zu schippern bis wir zur südlichsten kommen.

Volcano besticht mit Vulkangestein und schwarzem Sandstrand. Wir finden eine süße Bucht und als die Tagesbesucher am Abend den Heimweg antreten, wird es richtig idyllisch.

Früh am nächsten Morgen weht ein leichter Westwind, perfekt für unser Etappenziel, die Straße von Messina. Mit knapp 4 Knoten kommen wir ganz gut voran, die Schnellfähren sind mit 36 Knoten dann aber doch etwas schneller als wir.

An der Straße die Sizilien vom Festland Italiens trennt angekommen, lernen wir sofort warum sie berüchtigt ist.

Mehrere Fähren fahren hier zwischen Messina und Sizilien in kurzen Abständen hin und her.

Wer hier bremst, hat verloren. Karl passt eine kleine Lücke für uns ab und dann heißt es Hebel auf den Tisch. Pelican mogelt sich zwischen den großen Fähren durch und hinter Messina nimmt der Schiffsverkehr wieder ab. Dafür bekommen wir jetzt die Düsen zu spüren. Aus achtern schiebt uns der Wind förmlich aus der Meerenge.

Hier nutzen Windsurfer und Kitesurfer den starken Wind.

Dahinter entschließen wir uns die Nacht durchzufahren um morgen im Laufe des Tages in Le Castella anzukommen. Da es auf dem Weg an der Küste keine wirklich guten Ankerplätze gibt, bleibt uns auch nichts anderes möglich.

Die Nacht wird leider weniger entspannt, die Nähe zur Küste verlangt uns volle Konzentration ab. Als mich die Müdigkeit übermannt, ist Karl noch fit und manövriert uns mithilfe des Radars durch die spärlich beleuchteten Fischerboote. Am Morgen löse ich ihn ab und nach ein paar weiteren eher unspektakulären Seemeilen kommen wir am Abend in Le Castella an.

Zum Glück hat uns diese Front verschont.

Nach einem kurzen Abendessen fallen wir erschöpft in unsere Koje.

Munter und ausgeschlafen wollen wir am nächsten Tag erst einmal Wasser im Hafen holen und nach einem Angelladen Ausschau halten. Im Hafen erklärt uns der Hafenmeister, dass es in der Region wenig Wasser gibt und er uns daher kein Wasser geben kann. Nach einer kurzen Diskussion mit einem seiner Kollegen entscheidet er sich dann doch anders und wir können unsere Kanister füllen. Mit großem Bestaunen wird unser elektrischer Außenborder begutachtet und als wir das Wasser wenigstens bezahlen wollen, wird wild gestikulierend abgelehnt. Zufrieden laufen wir aus dem Hafen und entdecken sofort einen Angelladen in dem wir uns für die Überfahrt nach Griechenland rüsten. Da wir bisher nicht sonderlich erfolgreich mit dem Angeln waren, gehen wir in einen kleinen Fischerladen. Hier kaufen wir Meerbarben für heute Abend und bekommen sie sogar entschuppt und ausgenommen.

Die Frau vom Fischer war für einige Zeit in Duisburg und kennt auch Berlin. Wir unterhalten uns mit Händen und Füßen und zum Schluss dürfen wir noch einen Blick auf den Tagesfang im Kühlhaus werfen. Für uns geht es dann zurück zum Beiboot. Auf dem Weg kaufen wir für 2 Euro eine riesige Wassermelone die dann an Bord verspeist wird.

Während Karl sich unserem Wassermacher widmet, sortiere ich unsere Fotos. Zum Abend machen wir im Dorf noch einen kleinen Spaziergang,

bevor wir an Bord unsere Meerbarben genießen. Früh geht es für uns in die Koje, denn morgen soll es endlich nach Griechenland gehen.

Le Castella / Italien – Lefkimmi – Korfu / Griechenland
19.-23.08.2017

Einsamme Ankerbuchten, Pinienwälder, Olivenöl, Ouzo, Feta und die Lebenseinstellung auf Stufe „Cigar Cigar“ einstellen – Griechenland wir kommen! Voller Vorfreude unser Ziel für dieses Jahr zu erreichen, machen wir Pelican startklar und nehmen Kurs auf Korfu. Nach einer ruhigen Überfahrt in der wir viel segeln konnten und mal wieder nichts gefangen haben ( wir sind mittlerweile überzeugt,  dass es im Mittelmeer keine Fische gibt ) sehen wir Korfu am Horizont immer klarer werden.

Im Westen liegt eine traumhaft schöne und wahnsinnig gut geschützte Bucht die wir anpeilen.

Beim Einfahren in die Bucht traue ich meinen Augen nicht: Ich bin mit meinen Eltern jeden Sommer in Griechenland gewesen und den Hauptteil davon auf Korfu. Wir hatten damals eine Bar gefunden, „La Grotta“ in der wir Tage verbracht haben.

Ich kurz bevor dem Sprung von der Klippe in der Grotte.

 

Ich kurz nach dem Sprung von der Klippe.

Und an eben dieser Bar fahren wir jetzt mit Pelican vorbei. Nachdem wir Pelican geankert haben, fahren wir also auf ein Bier in die Bar. Nichts hat sich verändert, immer noch springen die Gäste hier von den Felsen und entspannen zu Goa Musik in den Loungeecken. Wir verbringen einen langen Abend und feiern endlich in Griechenland zu sein. Den nächsten Tag bringen wir damit zu, Schlaf aus unseren Nachtschichten aufzuholen, zu lesen und die Unterwasserwelt zu erkunden.

Alle Schiffe die sich in Griechenland aufhalten, brauchen eine Fahrerlaubnis, das DEKPA. Wir haben erfahren, dass wir dieses in der Marina von Gouvia auf der Ostseite Korfus bekommen können. Um mit Pelican rüber zu fahren steht der Wind ungünstig und so mieten wir uns einen Roller um das ganze mit einer kleinen Erkundungstour zu verbinden.

In der Marina angekommen, läuft alles wie geschmiert: Nach 20 Minuten haben wir unser DEKPA, dürfen jetzt also offiziell griechische Gewässer befahren. Über einen kleinen Umweg um mehr von der Insel zu sehen, geht es dann für uns zurück zu Pelican.

Unterwegs gibts es Gyros Pita.

 

Und zum Nachtisch gibt es selbst gepflückte Feigen.

Am Abend bekomme ich die schöne Nachricht, dass uns meine beste Freundin Hellena besuchen möchte. Da dies von den Flugpreisen her am Besten in Korfu geht, beschließen wir Korfu dann mit ihr zu erkunden und morgen direkt in den Süden zu fahren. Wie gesagt, so getan. Wir bringen den Tag damit zu die schöne Westküste hinunter in den Süden nach Lefkimmi motoren. Leider weht zu wenig Wind um die Segel hochzuziehen.

Unterwegs backen wir leckere Feigen-Wallnuss Bagels.

Um das südliche Kap von Korfu wird dann nochmal unsere volle Konzentration gefragt. Es gibt hier unzählige Untiefen, teilweise 3-4 Meter flach mit reichlich Entfernung zum Land. Aber wir bringen Pelican sicher vor Anker und finden zum späten Abend eine gemütliche Bar. Wir kommen mit dem Kellner ins Gespräch und er legt uns ans Herz jetzt auf jeden Fall erst nach Paxos und Antipaxos zu fahren. Diese kleinen Inseln liegen 7 Meilen südlich von Korfu und sollen wunderschön sein. Das sagen Griechen aber eigentlich immer von ihrem eigenen Land und so unterstützt er das ganze mit ein paar Fotos aus einer Broschüre. Wir sind begeistert und entschließen uns, uns morgen früh dorthin auf den Weg zu machen.

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