Port St. Louis / Frankreich – Porto Pozzo – Sardinien / Italien

Port St. Louis / Frankreich – Le Brusc / Frankreich
27.-28.07.2017

Früh am Morgen starten wir in Port St. Louis.

Wir sind etwas aufgeregt, als wir aber die Segel hochziehen, ist alle Aufregung verflogen.

So segeln wir raus aus der Bucht und werden draußen von unangenehmen, kabbeligen Wellen überrascht. Der Wind wird stärker und so reffen wir unsere Segel. Weiter draußen beruhigen sich die Wellen und wir können unseren neuen Pinnenpilot endlich zum Einsatz bringen. Auch wir können uns jetzt etwas entspannen und Karl döst sofort ein.

Etwas ausgeruht entdeckt er vorn an unserem Bug Delfine springen. Ich bin komplett aus dem Häuschen, ziehe mir die Rettungsweste an und fange an zu knipsen.

Wir sind beide komplett in den Bann der Delfine gezogen. Sobald die Delfine verschwunden sind, werden die Wellen stärker und unser Pinnenpilot streikt bei dem Seegang da er noch nicht richtig konfiguriert ist. So können wir keine Nacht durchfahren und wir entscheiden uns, doch noch eine Ankerbucht für die Nacht zu suchen. In Le Brusc finden wir einen Platz, es ist bereits dunkel, es war also höchste Zeit. Wirklich ruhig ist es hier allerdings nicht und so schlafen wir bei ordentlich Geschaukel erschöpft ein. Der Wind und die Wellen haben sich auch am nächsten Tag noch nicht beruhigt und so beschließen wir den Tag vor Anker abzuwarten. Bei viel Seegang beobachten wir die Windsurfer und bestaunen kleine Helden in ihren Optis.

Am Abend gehen wir, nach einem wundervollen Sonnenuntergang, früh schlafen um fit für die bevorstehende Überfahrt zu sein. Es werden knapp 200 Seemeilen in etwa 40 Stunden.

Le Brusc / Frankreich – Bonifacio – Korsika / Frankreich
29.-30.07.2017

Um 5 Uhr starten wir den Motor. Gemächlich tuckern wir in der Dunkelheit aus der Bucht raus aufs Meer und werden bald von der aufgehenden Sonne begrüßt.

Das Motorengeräusch wird uns wohl noch etwas begleiten, denn der Wind reicht nicht aus um die Segel zu hissen. Am Vormittag übermannt es mich und ich schlafe für ein paar Stunden. Als ich wach werde, sehen wir um uns herum kein Land mehr. Ab und zu sehen wir ein anderes Segelboot am Horizont oder ein Kreuzfahrtschiff kreuzt unseren Weg, ansonsten bleibt es ruhig. Da unser Pinnenpilot heute perfekt funktioniert habe ich die Zeit endlich ausgiebig zu lesen während Karl immer mal wieder eindöst. So kommt der Sonnenuntergang schneller als gedacht und die Dunkelheit bricht zügig über uns hinein.

Jetzt sind wir auf unser Radar und AIS angewiesen, in den Horizont starren bringt nichts mehr. Es ist komisch auf dem Radar ein immer näher kommendes Schiff zu sehen und draußen nichts erkennen zu können. Wir gewöhnen uns aber schnell daran und so ziehen Segelboote und taghell leuchtende Kreuzfahrtschiffe an uns vorbei. Karl legt sich als erstes schlafen und ich vertreibe mir die Zeit indem ich ein Hörspiel höre und Sternschnuppen zähle.Der Sternenhimmel ist atemberaubend, die Milchstraße mit ihren unendlich vielen Sternen ist genau über uns. Gegen 3 Uhr wechseln wir uns dann ab. Karl stöbert in der Zeit in unserem Brotbackbuch und so werde ich von frischen Brotgeruch geweckt.

Die Berge von Korsika tauchen mittlerweile am Horizont auf, der Wind hingegen hat uns komplett verlassen. Dafür entdeckt Karl plötzlich wieder Delfine die auf uns zuspringen.

Es sind mehr als beim letzten Mal, eine ganze Schule. Wieder sind wir verzaubert! Eine gefühlte Ewigkeit begleiten sie uns, schießen unter uns hindurch und springen vor unserem Bug aus dem tiefblauen Wasser.

Als die letzten Flossen verschwunden sind, brauchen auch wir eine Abkühlung im Wasser. Wir machen den Motor aus und genießen das klare Wasser um uns herum. Weiter geht es dann in Richtung Bonifacio. Kurz vor unserem Ziel erreichen wir die wegen der stürmischen Winde berüchtigteMeerenge zwischen Korsika und Sardinien, die Straße von Bonifacio, und wir können endlich die Segel hissen.

Der Wind legt hier kräftig zu, da er zwischen den Bergen, wie durch eine Düse, hindurchgedrückt und beschleunigt wird.

So kommen wir mit ordentlich Wind in unseren gerefften Segeln in einer hübschen Ankerbucht an. Abgekämpft, schaffen wir es gerade noch eine selbstgemachte Pizza in den Ofen zu schieben um danach sofort ins Bett zu fallen.

Bonifacio – Korsika / Frankreich – Porto Pozzo – Sardinien / Italien
31.07.2017

Auch heute pustet der Wind wieder ordentlich. Wir lassen uns aber nicht beirren und springen in das azurblaue Wasser. Während Karl das Unterwasserschiff putzt, schnorchle ich ein wenig in der Bucht herum. Dabei muss ich aufpassen, dass ich nicht von einer der riesigen Yachten überfahren werde, die die Bucht bevölkern.

Zurück an Bord ist Karl schon wieder am backen

und zum Frühstück sieht unsere Bucht dann so aus.

Wir beschließen in den Hafen von Bonifacio zu fahren um zu tanken und dann so schnell wie möglich nach Sardinien zu fahren, in der Hoffnung, dass die High Class dort weniger protzt. Die Zufahrt in den Hafen ist wirklich bildschön aber was uns dahinter erwartet ist das reine Grauen.

Der Hafen platzt vor Protz, Proll und unfreundlichen Menschen.

 

Die Bootstankstelle ist gnadenlos überfüllt und mit unserem Langkieler ohne Bugstrahlruder macht es keinen Spaß manövrierunfähig zwischen den teuren Yachten zu dümpeln. Wir gehen längsseits bei einer am Steg liegenden deutschen Segelyacht und warten auf das Freiwerden der Tankstelle. Kurzer Hand beschließen wir dann aber den Tank mit unseren Kanistern unter Einsatz unseres Beibootes voll zu machen. So sind wir definitiv schneller, da sich ein sehr zuvorkommender Herr auch schon vor uns an der Tankstelle breit gemacht hat und läppische 3000 Liter Diesel tankt, es dauert eine Ewigkeit, da die Tankstelle ganz normale Zapfsäulen hat. Im Gespräch mit den Mitarbeitern der Tankstelle erfährt Karl, dass hier täglich zwischen 30.000 und 50.000 Liter allein an Diesel über den Ladentisch gehen. Nachdem wir genug Diesel haben, wollen wir nur noch weg und ich bin froh, dass wir keine Bediensteten brauchen um ablegen zu können. So flüchten wir raus aus dem Hafen und direkt rüber nach Sardinien.

Innerhalb von 2 Stunden sind wir dann in Bella Italia! In Porto Pozzo finden wir eine sehr ruhige Ankerbucht und lassen den Abend auf unserer kleinen, kuschligen Pelican ausklingen.

1 Gedanke zu „Port St. Louis / Frankreich – Porto Pozzo – Sardinien / Italien

  1. Ojeee is daaas schöööööön.
    Ich hoff, eure seelischen Speicherplätze haben genug Vorratsplatz für soooviiiieeele wahnsinnseindrücke 🙂
    In Liebe, Mom

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