Neuville – Day / Frankreich – Condé sur Marne / Frankreich

Neuville – Day / Frankreich – Château – Porcien / Frankreich
27.06.2017

Es regnet mal wieder. Trotzdem fahren wir früh los und gelangen nach kurzer Zeit an die Ecluse de Semuy. Hier müssen wir unsere Fernbedienung abgeben und man fragt nach unserer Vignette. Nachdem Pelicans und unsere Namen notiert wurden, können wir weiter fahren. Kurz darauf kommt eine Schleuse und wir lernen ein neues System kennen, wie man diese öffnet. Ein dicker Schlauch hängt an einem Drahtseil über dem Wasser, welchen wir drehen und schon springt die Ampel auf grün.

Dieses System scheint besser zu funktionieren, denn wir kommen ohne Vorkommnisse gut voran. Zwischen den Schleusen liegen jetzt wieder mehrere Kilometer und wir fahren durch dichte Wälder. Neben dem Surren unseres Motors hört man beinahe nichts außer Vogelgezwitscher und das Knacken von Ästen wenn eine Kuhherde durch den Wald trabt.

Mittlerweile folgt uns ein Motorboot mit holländischer Flagge und als wir am Abend in Château – Porcien festmachen, legt auch er an. Karl nutzt die Chance und plaudert mit ihm während ich Essen mache. Er ist allein an Bord und bringt das Boot für den nächsten Familienurlaub nach Marseille. Er wird morgen mit uns zusammen losfahren.

Chateau – Porcien / Frankreich – Reims / Frankreich
28.06.2017

Wie abgemacht, geht es heute also im Konvoi durch die Schleusen. Er fährt vorn und wir unterstützen uns gegenseitig im Leinen abnehmen und Schleuse schließen.

& wenn in der Schleuse mal keine Leiter ist, wird die Badeleiter umfunktioniert.

So passieren wir gemeinsam eine weitere Schleusentreppe und eine eher öde Landschaft. Auf halber Strecke verlassen wir den Canal des Ardennes und kommen auf den Canal de l’Aisne à la Marne. Hier sehen wir unser erstes Berufsschiff seit einigen Tagen.

Dementsprechend passt sich auch die Landschaft an, die Industrie ist zurück, der Kanal breiter. In einer der Schleusen schaut unser Holländer auf einmal mit offenem Mund hinter uns in den Himmel. Eine riesige Gewitterfront baut sich auf und der Wind zerrt bereits mit heftigen Böen an Pelican.

Nun aber nichts wie weg hier, nach der Schleuse legen wir beide die Hebel auf den Tisch. Doch das Wetter meint es gut mit uns, bis auf weitere Böen und ein paar Tropfen bleiben wir verschont und kurz darauf kämpft sich die Sonne wieder durch die Wolken. Die Schleusen werden weniger und so kommen wir gut voran und schaffen es sogar bis nach Reims. Hier drehen wir noch eine Runde in der Stadt und beschließen morgen, wenn die Geschäfte öffnen, noch eine französische SIM Karte für Internet an Bord zu kaufen.

Reims / Frankreich – Condé sur Marne / Frankreich
29.06.2017

Wie geplant schlendern wir heute noch einmal durch die Innenstadt und besorgen uns eine SIM Karte am Automaten. Kreditkarte rein, Nummer auswählen, Emailadresse eingeben und zwei Minuten später sind wir für 30€ Besitzer einer Prepaidkarte mit 100 GB Datenvolumen pro Monat! Auf dem Weg zurück finden wir einen Bäcker, bei dem Karl draußen wartet. Ansonsten könnte der Bäcker für heute schließen und Pelican wäre kurz vorm Sinken. Die Auswahl ist wirklich gigantisch und der Duft lässt einem das Wasser im Mund zusammen laufen.

Mit genug Naschkram für zwischendurch und einem riesigen Brot legen wir ab.

Die Sonne begleitet uns heute und so lässt sich auch die triste Landschaft mit viel Industrie ertragen. Dann kommen wir zum heutigen Highlight, Souterrain de Mont de Billy, einem Tunnel mit 2,5km Länge. Kurz bevor wir die Einfahrt erreichen, gehen im Tunnel glücklicherweise die Lichter an. Dies nimmt dem ganzen ein wenig den Gruselfaktor.

Trotzdem, wirklich wohl ist uns bei der Sache nicht. Es riecht modrig und je kleiner das Licht vom Eingang wird, desto kälter wird es. Als wir nach einer halben Stunde Fahrt wieder ans Tageslicht kommen, müssen sich unsere Augen erst einmal wieder an die Helligkeit gewöhnen. Weiter geht es, bis wir in Condé sur Marne einen kleinen Hafen finden. Während wir Wasser und Strom zapfen, legt ein Engländer mit seinem Segelboot an. Wir unterhalten uns, trinken ein Bierchen zusammen und als wir unsere selbst belegte Pizza mit ihm teilen, dreht er fast durch vor Begeisterung. Er ist halber Italiener, da gefällt uns das Lob doppelt so gut.

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