Huy / Belgien – Haybes / Frankreich

Huy / Belgien – Namur / Belgien
21.06.2017

Früh wachen wir auf, da die Hitze schon in unsere Koje gekrochen ist. Unser heutiges Tagesziel ist Namur, welches nicht weit entfernt liegt aber sehr hübsch sein soll. So legen wir ab und bereiten uns kurz danach für die Schleuse Ampsin-Neuville vor. Nach kurzem Warten werden wir aufgerufen und fahren nach einem Berufsschiff und 3 weiteren Sportbooten ein. Nachdem wir alle bereit an unseren Leinen stehen, warten wir dass sich die Tore schließen. Und wir warten und wir warten. Nach einer Weile Warten sehen wir in der Ferne noch ein weiteres Berufsschiff und 2 Sportboote näher kommen. Offensichtlich will der Schleusenwärter einen Rekord aufstellen, denn auch diese drei Boote drängeln sich in die Schleuse.

Nun kann es aber endlich losgehen. Zu früh gefreut, denn auch jetzt geht es nicht los. Nach 2,5 Stunden klettert eine Frau von einem der Sportboote die Schleusenwand hinauf und berichtet uns, dass wohl etwas nicht stimmt, denn im Nebenbecken sind Taucher am werkeln. So geht das Warten weiter. Nach geschlagenen 3,5 Stunden gehen dann endlich die Tore zu und wir werden ohne weitere Probleme geschleust. Oben stellen wir fest, dass sich das Warten gelohnt hat. Die Industrie wird nun gänzlich von schroffen Felswänden abgelöst das grün der Bäume strahlt uns satt entgegen.

Gegen Abend (geplant war früher Nachmittag) kommen wir in Namur an. Wir beschließen morgen früh eine Runde durch die Altstadt zu laufen und heute früh schlafen zu gehen.

Namur / Belgien – Hastiere / Belgien
22.06.2017

Nach dem Aufstehen, drehen wir eine kleine Runde in der Altstadt von Namur. Die Fußgängerzone ist gesäumt mit kleinen Boutiquen und Bäckereien die gerade öffnen und die Einwohner versammeln sich um die kleinen Tische vor den Bäckereien um vor der Arbeit noch ein Pläuschchen zu halten.

 

Die Zitadelle von Namur.

Wir lassen uns ein wenig treiben und finden sogar noch einen Supermarkt in dem wir ein paar Kleinigkeiten besorgen. Gegen 9 Uhr sind wir dann wieder an Bord und machen uns durch die Schleuse von Namur auf dem Weg in Richtung belgisch / französische Grenze. was uns hinter der Schleuse erwartet, haben wir uns so von Belgien nicht vorgestellt. Die Maas schlängelt sich zwischen den Steilklippen und zwischen dem Grün der Bäume blitzen immer wieder Türme von kleinen Schlössern hervor.

Ich bin wirklich froh, dass es digitale Kameras gibt, andernfalls hätte ich heute ganze Filme nur mit Bildern von Häusern. Immer wieder fahren wir durch kleine Schleusen und das seit Namur immer allein. In Dinant, der Heimatstadt von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophons, legen wir einen kurzen Stop ein uns schlendern durch diese süße Stadt.

Danach geht es weiter an Klippen vorbei, bis wir hinter der kleinen Insel „Ile Farcy“ den perfekten Ankerplatz für die Nacht finden. Zur Belohnung für die 8 Schleusen die wir heute hinter uns gebracht haben, gibt es selbstbelegte Pizza.

Hastiere / Belgien – Haybes / Frankreich
23.06.2017

Heute ist es soweit, wir werden Frankreich erreichen und somit das letzte Land passieren, was uns vom Salzwasser trennt. An der Schleuse „les 4 cheminées“ in Givet hissen wir die französische Gastlandflagge bevor wir in das Schleusenwärter-Häusen gehen. Dort müssen wir uns eine Vignette kaufen und bekommen eine Fernbedienung, mit der wir die kleineren, unbesetzten Schleusen selbst öffnen können.

Leider erfahren wir von dem Schleusenwärter, dass der „Canal l’Est Branche Nord“ der durch die Berge fließt und uns durch Städte wie Verdun gebracht hätte, zu wenig Wasser hat. Da wir den Regentanz leider nicht beherrschen, müssen wir wohl einen anderen Weg nehmen. Dieser wird uns nun zum Canal des Ardennes und durch die Champagne führen. Sicher wird auch das ganz schön. Weiter geht es nun also in Frankreich und die Schleusenwärter hier sind wirklich lieb. Geben sich alle Mühe mit uns zu kommunizieren und nehmen uns sogar die Leinen zum festmachen ab. In der dritten Schleuse wird es dann aber ganz schön ruppig. Knapp bei der Hälfte kommt das Wasser in einem Strahl aus dem Schleusentor, sodass ich alle mehr oder minder vorhandenen Armmuskeln anstrengen muss um Pelican zu halten.

Wenn das bis zum Mittelmeer so weiter geht, sehe ich dort aus wie Arnold Schwarzenegger. Weil wir noch nicht genug Aufregung hatten geht es jetzt durch unseren ersten Tunnel. Dieser ist 565 Meter lang und stockdunkel.

Zum Glück fährt Pelican wie an einer Schnur geradeaus und so steuert Karl uns sicher durch den Tunnel. Danach ist erst einmal aufatmen angesagt. Die Maas wird wieder breit und die Landschaft wunderschön.

Leider schließen die Schleusen bereits um 18 Uhr und so bleiben wir in Haybes.

Dort belohnen wir uns mit jeweils einer großen Portion frites avec mayonnaise und plaudern ein wenig mit unseren Nachbarbooten.

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