Atheras – Kefalonia / Griechenland – Malta / Comino / Gozo

Atheras – Kefalonia / Griechenland – Roccella Ionica / Italien
03. April – 06. April 2018

Die Überfahrt nach Italien ist durchwachsen. Mal haben wir schönen Wind und können ein paar Meilen segelnd zurück legen,

mal schaukeln uns die Wellen durch und wir müssen motoren. Wir vertreiben uns die Zeit mit lesen, Musik und Hörspiele hören.

Und genießen die Sonnenuntergänge auf dem offenen Meer.

An der Grenze zu Italien tauschen wir die Gastlandflaggen und fangen an die Meilen zu zählen.

Nach zwei Tagen und zwei Nächten sehen wir wieder Land. Roccella Ionica, die einzige Liegemöglichkeit weit und breit, ist unser Ziel. Schon ein paar Meilen bevor wir die Marina erkennen können, werden wir angefunkt. Wir nennen Tiefgang und Länge und sollen uns eine Meile vor Ankunft noch einmal melden. Wie gesagt, so getan und kaum sind wir durch die Hafeneinfahrt, winken uns zwei Marineros und helfen uns beim Anlegen. Die zwei sagen uns noch, wo wir die Rezeption finden und wünschen uns einen schönen Tag. Wir sind noch nicht ganz angekommen. Das Land wackelt, die Kiefern um die Marina riechen sehr intensiv und die Informationen der Rezeptionistin aufzunehmen, fällt uns sehr schwer. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, machen wir einen kurzen Spaziergang in das anliegende Dorf. Kurz nachdem wir wieder zurück laufen wollen, erwischt es uns beide. Um die Wette gähnend schleppen wir uns zurück zu Pelican und schaffen es nicht einmal etwas zu essen bevor wir erschöpft in die Koje fallen.

Fit und Munter sind wir am nächsten Morgen voller Tatendrang. Nachdem wir unsere Wäsche gewaschen und unseren Müll entsorgt haben, laufen wir zum nächsten Supermarkt. So ganz fit sind wir wohl doch nicht, denn an die italienische Mittagsruhe haben wir nicht gedacht und so stehen wir vor geschlossenen Türen. Egal, wir nutzen den Rückweg für einen Spaziergang am Strand. Wieder an Bord putze ich Pelican innen und Karl schrubbt ihr das Salz von außen ab. Die Tankstelle in der Marina hat in der Zwischenzeit auch geöffnet und so füllen wir unsere Dieselvorräte auf. Im Anschluss geht es dann noch einmal zum Supermarkt, der nun auch geöffnet ist. Dort machen wir einen Großeinkauf, mit lecker Schinken.

Dem geht es, wieder an Bord, auch gleich an den Kragen.

Den nächsten Tag nutzen wir um noch den Rest aufzuräumen, die Wäsche zu trocknen und das Wetter für die nächsten Tage zu studieren. Am nächsten Morgen soll es früh weiter gehen.

Roccella Ionica / Italien – Valletta / Malta
07. April – 12. April 2018

Wie geplant fahren wir sehr früh los, um den Wind auszunutzen. Immer die Küste entlang Richtung Messina.

 

Ich habe einen neuen Lieblingsplatz auf Pelican 🙂

Unser nächstes längeres Ziel soll Malta sein und so werden wir auf dem Weg nur noch einen Stopp auf Sizilien einlegen. So ankern wir kurz vor Messina am Festland von Italien um die Flaute mit etwas Schlaf zu nutzen. Zum Sonnenuntergang haben wir einen traumhaften Blick auf den rauchenden Etna.

Als die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, lichten wir den Anker und fahren los, mit Kurs auf Sizilien. Zunächst scheint der Wind mit uns zu sein, nur leider spielen da die Fischer nicht ganz so mit. Gerade als wir die Segel gut eingestellt haben, taucht da auf dem Radar wieder eine Gruppe Fischer auf. Da stehen sie einmal auf einem Haufen, dann fahren sie von Null auf Hundert in alle Richtungen und wir immer fröhlich drum herum. So wird die Fahrt eher zu einem Slalom. Als dann auch noch der Wind einschläft und uns die alten Wellen von links nach rechts schaukeln, ist dann auch die gute Laune fort. Wir wollen nicht schon wieder motoren und Diesel verschwenden also kämpft sich Karl mit schlagendem Vorsegel durch die Nacht. Zum Sonnenaufgang wird der Wind stärker und wir können endlich segeln.

Krängung

Karl fällt völlig erschöpft ins Bett und ich halte Wache. Die Fischer haben wir hinter uns gelassen, aber nun liegen auf unserem Kurs viele Tanker auf Reede die meine Aufmerksamkeit verlangen.

Nach ein paar Stunden kommt Karl wieder zu mir und wir entscheiden uns, das erste Mal unsere Doppelfock zu hissen.

Sie bewährt sich ganz gut und so kommen wir bei maximal 6 Knoten gut voran. Dann holt uns eine ganze Schule Delfine ein. Von allen Seiten buckeln sich immer mehr durch das Wasser auf uns zu.

Sie spielen mit Pelican wie mit einer alten Freundin.

Wir sind ganz verzaubert und nach anfänglichen zurufen „Da guck, boa, noch einer, guck dahinten, boa, toll“ verfallen wir in glückliches Schweigen.

Zwischen die Delfine schummelt sich sogar noch eine Schildkröte.

Eine ganze Weile werden wir begleitet, dann verschwinden sie wieder am Horizont. Das Strahlen in unseren Gesichtern hält an, bis wir Siracusa anlaufen. Wir ankern direkt vor der Stadt und fallen dann nach dem Abendessen ins Bett.

Am nächsten Tag scheint die Sonne und wir wollen uns Siracusa ansehen. So machen wir das Dingi klar und fahren in die Stadt.

Wir schlendern ein wenig durch die engen Gassen der Altstadt Ortygia und lassen uns von ihrem Charme verzaubern.

Hinter jeder Ecke gibt es etwas neues zu entdecken und so sind wir eine Weile unterwegs.

Dahinten rechts steht Pelican 😀

Zurück an Bord checkt Karl noch einmal die Windvorhersage und stellt fest, wir am Besten schon heute und nicht wie geplant erst morgen losfahren. So ruhen wir uns noch eine Stunde aus bevor wir zum Abend den Anker lichten. Außerhalb der Bucht erwarten uns hohe Wellen aber auch viel Wind und so segelt Pelican zügig unserem Ziel entgegen und surft die Wellen herunter.

Wir genießen den Sonnenuntergang und essen Pizza. Leider hält der Wind auch diesmal nicht an und so müssen wir gegen Mitternacht wieder motoren. Der Sonnenaufgang tröstet ein wenig

und schon bald sehen wir Malta am Horizont.

Zum Nachmittag ankern wir in einer Bucht bei Valetta. Jetzt haben wir uns aber ein kühles Bier verdient – Wir sind in Malta!

Am Morgen hält es uns nicht lang an Bord. Mit dem Dingi fahren wir in eine Marina und machen uns auf die Stadt zu erkunden.

So ganz wohl fühlen wir uns am Anfang nicht. Heute früh haben drei Kreuzfahrtschiffe angelegt

und entsprechend wuselig ist es. Hinzu kommt, dass wir uns erst einmal orientieren mussten, so richtig eindeutig ist es nicht, wie man in die Innenstadt kommt. Letztendlich finden wir aber das Stadttor und dahinter kommen wir uns vor wie in Babelsberg. Ohne Frage, die Stadt ist sehr schön, enge Gassen, alle Häuser aus hellem Sandstein und durch die hohe Lage der Stadt kann man fast von überall das Meer sehen.

Trotzdem fehlt uns ein wenig der Charakter, alles wirkt fast aggressiv touristisch und auch in den Nebengassen wirkt es nicht so, als würden hier Einheimische wohnen. Mit gemischten Gefühlen fahren wir mit unserem Dingi noch durch die Häfen gegenüber von Valetta und genießen dabei die Sonne.

Den nächsten Morgen verbringen wir mit putzen. Es weht ein starker Wind der Pelican einen roten, sandigen Pelz verschafft. Dann fahren wir noch einmal mit dem Dingi los, nach Fgura und hier leben dann wohl auch die Einheimischen. In einer Pastizzeria kosten wir Pastizzi, Blätterteig gefüllt mit Ricotta oder Erbsenpüree und sind begeistert.

Wir finden noch einen Aussichtspunkt, von dem aus wir eine tolle Aussicht auf Valetta haben.

Der Kapitän hält Ausschau.

Zum Sonnenuntergang fahren wir noch einmal rüber und sind langsam versöhnlich. Jetzt, wo die meisten Urlauber wieder auf ihren Schiffen sind, ist es nicht mehr ganz so wuselig und wir genießen es richtig in der Dämmerung durch die Straßen zu laufen.

Malta / Comino / Gozo
13. April – 20.April 2018

Da Malta schließlich nicht nur Valetta vorzuzeigen hat, hissen wir am Morgen die Segel und nehmen Kurs auf Comino.

Dies ist eine kleine Insel zwischen Malta und Gozo. Hier liegt die Blue Lagoon, die nicht nur sehenswert sein, sondern uns auch vor dem starken Wind in den nächsten Tagen schützen soll. Wir haben einen wunderschönen Segeltag, angenehmen Wind und achterliche Wellen dazu Sonnenschein.

Neben der Blue Lagoon liegt die Crystal Lagoon in welcher wir ankern. Und diese Bucht soll ihren Namen zu recht haben. Wir verbringen den Nachmittag damit, mit dem Dingi in Höhlen zu fahren, auf die umliegenden Felsen zu klettern und die Aussicht zu genießen.

Wie erwartet stürmt es am nächsten Tag und der Himmel wird auch gar nicht richtig hell.

Ein Grund für uns um mit viel Essen und einer Serie im Bett zu bleiben. Auch der Tag darauf wird nicht freundlicher. Der Wind lässt zwar nach, es hängt jedoch ein Dunst am Himmel der es uns kaum ermöglicht zwei Meilen weit zu schauen.

Karl nutzt die Zeit & putzt 🙂

Wir segeln gemächlich nach Marsaxlokk. Die Bucht begrüßt uns zunächst mit einem üblen Dieselgeruch und großen Tankern. Weiter drinnen wird es jedoch besser

und am nächsten Morgen überzeugt uns ein Spaziergang im Dorf. Es ist wirklich süß und überall am Hafen stehen die sehr gepflegten, traditionellen Fischerboote.

Auch Diesel bekommen wir von einem sehr hilfsbereiten, freundlichen Tankwart und der Himmel klart langsam auf. Wir nutzen den Tag um uns zu entspannen.

& wir bekommen im Dorf frische Erdbeeren 🙂

Am Morgen kommt aber wieder die Entdeckerseele zum Vorschein und so segeln wir eine Bucht weiter. Wir stärken uns mit einem Frühstück

bevor wir die umliegenden Buchten wieder mit dem Dingi erkunden.

Der nächste Tag ist wieder grau. Trotzdem fahren wir mit dem Dingi noch einmal los um Hummeldumm über dem St. Peters Pool starten zu lassen.

Nach diesem schönen Start in den Tag segeln wir wieder sehr gemächlich los. Zwar weht fast kein Wind aber wir wollen vermeiden die Maschine anwerfen zu müssen. So kommen wir spät am Abend in der Blue Lagoon an und ankern dort neben zwei Katamaranen, die wir schon in Valetta und Marsaxlokk getroffen haben. Das ist auch ganz nett, dadurch, dass es an Buchten keine große Auswahl gibt, trifft man immer die selben.

Die Sonne kitzelt uns früh am Morgen wach und so sind wir noch vor dem Frühstück mit dem Dingi an Land. Wir wollen Hummeldumm starten bevor die Ausflugsboote anströmen.

Wir genießen die Ruhe und bestaunen das kristallklare Wasser.

Wir setzen uns noch an den kleinen Strand und beobachten wir langsam ein kleiner LKW nach dem anderen die kleine Straße zu uns hinunter kommt um sich dann, wie in dem Film Transformers, in Burger-, Döner-, Eis- und Getränkebuden zu verwandeln. Als dann die ersten Urlauber in die Bucht kommen, fahren wir wieder an Bord. Nach einem leckeren Frühstück und etwas Entspannung, erkunden wir noch einmal die Bucht.

Ich
am

 

klettern
für ein schönes Foto!

Zwei, dreimal ringen wir mit uns nun doch einmal ins Wasser zu springen aber wir sind dann doch eher Warmduscher.

Der letzte Tag um Malta und Gozo herum verspricht mit strahlendem Sonnenschein sehr schön zu werden. Wir segeln nach Dwejra auf Gozo und uns begrüßt eine einsame, wunderschöne Bucht.

Entgegen unserer Vorstellungen können wir perfekt ankern und liegen sehr ruhig. Kaum sind wir angekommen, wollen wir gleich mit dem Dingi los. Dwejra ist zum einen der Ort an dem sich das „Blaue Fenster“ von Gozo bis vor kurzem noch befunden hatte und zum anderen ( und viel interessanter ) gibt es hier einen See den man vom Meer aus nur durch einen Höhlentunnel erreichen kann. Da schlägt mein Herz höher!

Der kleine Ort um den See besteht aus ein paar kleinen Häusern, die wohl eher Garagen für die Fischerboote sind. Sonst gibt es hier nur zwei Restaurants, einen Parkplatz für Busse und kleine LKW’s aus denen Eis verkauft wird. Auch wir kaufen uns ein Softeis und beobachten damit das Treiben.

Auf dem Weg zurück zu Pelican entdecken wir überall kleine und große Höhlen.

Da wir die natürlich alle besichtigen müssen, bekommen wir viel Sonne ab und sind anschließend geschafft. Wir entspannen uns ein wenig und planen danach unsere Überfahrt nach Sizilien für morgen. Beim Abendessen lassen wir die Tage auf Malta und Gozo Revue passieren. Es gab so viel zu entdecken, die Buchten waren traumhaft schön und Malta ist einfach eine kleine eigene Welt. Wenn man das verstanden hat, ist es definitiv eine Reise wert.

1 Gedanke zu „Atheras – Kefalonia / Griechenland – Malta / Comino / Gozo

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