Pylos – Peloponnes / Griechenland

Pylos – Peloponnes / Griechenland
Oktober 2017 – März 2018

Wir sind zurück an Bord!

Wie beschlossen haben wir Pelican in Pylos im Wasser gelassen und sind nach Berlin geflogen. Ganz wohl war uns dabei nicht, da vor allem im November heftige Stürme über die Peloponnes gezogen sind. So waren wir mit dem halben Kopf immer bei Pelican. Doch besonders ein Segler, den wir in unserer Zeit in Pylos kennengelernt haben, hielt uns ständig mit tatsächlichen Wetterberichten vor Ort und Bildern von Pelican auf dem Laufenden.

So beruhigte sich unser Gewissen langsam und wir konnten in Berlin durchstarten. Ich habe meinen Papa in seiner Firma unterstützt und nebenbei meinen Autoführerschein gemacht. Karl hat sich um das Hausboot gekümmert, einem Freund dabei geholfen, seinen LKW in ein Wohnmobil zu verwandeln (wenn ihr einmal eine andere Weise des Reisen miterleben wollt, besucht Micha & Marina auf http://macro8.de) und viele Dinge für Pelican vorbereitet. Denn es ist ja nun einmal so, dass wir vieles was wir benötigen, in Griechenland nicht ohne weiteres bekommen. Dies wird sich leider zu einem unserer Standartsätze für die nächsten Monate entwickelt.

Nachdem wir Weihnachten und Silvester mit unseren Liebsten verbracht hatten, ging es dann für ein paar Tage nach Pylos. Endlich wieder ins Warme und endlich wieder zu Pelican! Durch ein Sonderangebot haben wir uns für die Tage ein Auto gemietet und so war die Anreise mit viel Gepäck sehr entspannt.

Schon als wir Pelican ganz klein unten im Hafen erspähen, wächst die Aufregung. Als wir endlich vor ihr stehen und dann ganz schnell an Bord hüpfen, kommen wir beide aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Nicht nur, dass es endlich wieder schaukelt und plätschert, auch scheint Pelican die Zeit ohne uns gut überstanden zu haben. Wir haben nicht übermäßig viel Wasser in der Bilge, heißt die Arbeiten vor unserer Abreise haben sich gelohnt. Vor lauter Euphorie vergessen wir unsere Müdigkeit und fangen sofort an alles wieder herzurichten.

Auch in den nächsten Tagen arbeiten wir fleißig. Dank unseres Autos habe ich die Möglichkeit meine Fahrkünste zu trainieren, da wir immer wieder nach Kalamata fahren um Material zu besorgen.

Am Horizont begleiten uns die schneebedeckten Berge von Mani.
Auf dem Weg nach Kalamata stellen viele Bauern ihre Stände auf und verkaufen ihre Ernte.
Wir lassen uns in Kalamata den Weg von einem Griechen erklären.

Auch der Besitzer eines kleinen Bootsladens ist uns sehr behilflich. Fotis steht uns mit Rat und Tat zur Seite und überschlägt sich fast jedes Mal wenn Karl ihn in seinem Laden besucht. Neben Baumaterial werden wir von Fotis auch mit Olivenöl und Rotwein aus eigener Herstellung sowie etwas griechisch Unterricht versorgt.

Neben vielen Kleinigkeiten, nehmen wir, mit einer neuen Filterpatrone, endlich unseren Wassermacher in Betrieb. Das Wasser schmeckt nun vorzüglich, ohne eine Spur von Salz. Wieder einen Schritt näher ans Ziel. Auch testen wir alle Segel einmal aus,

Unsere Doppelfock

wobei wir feststellen, dass wir unser Vorsegel nun doch ersetzen müssen. Schnell finden wir über das Internet einen Segelmacher in Piraeus, der uns nicht nur zuverlässig antwortet, sondern das Segel auch noch zu unserem Wunschtermin fertig stellen will.

Neben viel Arbeit haben wir aber auch ein richtiges Entertainment Programm. Gleich in der zweiten Nacht empfängt uns ein heftiger Sturm. Nicht, dass wir damit nicht zurecht kämen, doch drückte der Wind die Wellen in unsere Bucht, über die Kaimauer an der wir liegen und dann direkt in unser Cockpit. Nicht meine entspannteste und von Schlaf erfüllteste Nacht, muss ich zugeben. Auch um uns herum war Action angesagt. Ein paar kleine Fischerboote haben sich von der Kaimauer losgerissen und das Boot neben uns hat es samt Motor gleich komplett umgedreht. Als sich das Wetter am Morgen wieder beruhigt hatte, wurde das Boot mit großem Hallo und viel Tamtam geborgen.

Nicht ganz so wild aber trotzdem ein Erlebnis war der Karneval in Kalamata. Durch die Empfehlung von Fotis sind wir früh dorthin aufgebrochen und wurden nicht enttäuscht. Alt und jung hatten sich verkleidet und überall in den Straßen klang Musik. Auch wenn uns der Umzug im Vergleich nicht umgehauen hatte, Spaß hatten wir alle mal.

So schnell wie wir in Pylos waren, so schnell hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen, wenn auch nur für kurze Zeit. Wir hatten noch einiges für Pelican in Berlin zu erledigen, mein Papa hatte bald Geburtstag und eine befreundete Band spielte ein Konzert (hört Euch diese geniale Musik einmal selbst an https://www.youtube.com/user/TheTroubleNotes) – alles Gründe um noch einmal in die Heimat zu reisen. Ein paar Tage zuvor hatte sich jemand auf Karls „Suche“-Anzeige für eine Windsteueranlage im Internet gemeldet. Durch Zufall liegt das Paar mit ihrem Boot gerade in Piraeus und so besuchten wir die zwei an unserem Abreisetag bevor es zum Flughafen ging. Ursula und Alexander (überzeugt Euch selbst von diesen zwei super sympathischen Menschen http://www.sail-around-the-world.com) sind auf unserer Wellenlänge und so kaufen wir nicht nur die Windsteueranlage, sondern freuen uns definitiv schon auf ein Wiedersehen. Die Anlage liegt allerdings in Heidelberg zur Abholung, noch ein Grund für einen Rückflug nach Deutschland.

In Berlin angekommen, vergeht die Zeit wie im Flug. Neben Treffen mit Familie und Freunden, legen wir den Endspurt für Pelican ein. Wir machen viele kleine Besorgungen, wie Gastlandflaggen für unsere nächsten Ziele, holen die Windsteueranlage aus Heidelberg ab, lassen die Nadel unserer Nähmaschine glühen

und lassen uns endlich eine solide Halterung für unsere Zusatzlichtmaschine schweißen. Auch begrüßen wir ein weiteres Crewmitglied – Hummeldumm! Sie wird uns und Euch in Zukunft aus einer ganz anderen Perspektive mit noch mehr wundervollen Bildern und Videos versorgen. Da dreht man sich zweimal um, schon ist die Zeit wieder vorbei. Die Reise zurück zu Pelican steht an. Nun heißt es also wieder für länger Abschied nehmen, wieder dieses weinende und dieses lachende Auge. Zumindest macht es uns das Wetter in Berlin nicht allzu schwer. Minusgrade und Eis auf der Spree, dann doch ganz schnell wieder zurück in den Süden.

Vollgepackt geht es wieder zurück

Nun sind wir also wieder zurück an Bord. Ein schönes Gefühl, vor allem weil das Licht am Ende des Tunnels nun von Tag zu Tag heller wird. Die Lichtmaschine hängt jetzt an ihrer Halterung und bleibt da hoffentlich auch, lediglich der elektrische Anschluss muss noch ordentlich verlegt werden.

Die Windsteueranlage ist angebaut.

Wir haben endlich Solar

und mit unseren selbstgenähten Hüllen und Planen sind wir mehr als zufrieden.

Bimini gegen Sonne und Regen

Auch unser Beiboot und der Außenbordmotor haben jetzt eine maßgeschneiderte Hülle und unser Bimini können wir nun allen Wetterbedingungen anpassen. Karl baut gerade noch eine Badeleiter, die wir gleichzeitig als Gangway nutzen können, dafür kommt die nächsten Tage noch ein Brett zum „drauf-klicken“.

Dann sind da nur noch ein paar Kleinigkeiten und das Warten auf das richtige Wetterfenster bis wir endlich wieder die Segel setzen und den Kurs gen Westen richten können.

In der Zwischenzeit vertreiben wir uns die Zeit 🙂

1 Gedanke zu „Pylos – Peloponnes / Griechenland

  1. Wooow. Waaahnsinn. Suuuper. Priiima. 🙂
    Alles Gute euch beiden (dreien, mit Hummeldumm ;-). ) Wir freuen uns auf alle neuen tollen Berichte.
    Liebe Grüße aus der nun etwas frühlingshafteren Heimat.
    Irene, Ali und Luna

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