Kefalonia / Griechenland – Pylos – Peloponnes / Griechenland

Kefalonia / Griechenland – Shipwreck Bay – Zakynthos / Griechenland
01.-02.10.2017

Um 6.30 Uhr klingelt unser Wecker. Nach dem ersten Kaffee schnappen wir uns die Picknicktasche, welche ich noch am Abend vorher gepackt hatte, und fahren los. Unser Ziel ist der Berg Enos. Er ist 1628 Meter hoch und der höchste Berg der Ionischen Inseln. Da muss der Sonnenaufgang doch ganz besonders schön sein! Wir fahren also noch im Dunkeln die Bergstraßen immer höher, bis wir den Nationalpark von Enos erreichen. Weiter geht es an von Schwarzkiefern dich bewaldeten Straßen bis ganz nach oben. Oben angekommen, ist das Ergebnis etwas ernüchternd. Der Wald ist so dicht, da gibt es keinen besonders schönen Ausblick. Trotzdem bleiben wir zumindest für einen Kaffee aus der Thermoskanne, um die Ruhe zu genießen. Außer dem Vogelgezwitscher hören wir nichts. Kalt ist es hier oben, 7 Grad zeigt das Thermometer im Auto an. So wird es ein schneller Kaffee und wir fahren wieder ein Stück weiter bergab. Dann finden wir doch noch eine perfekte Stelle, von der der Ausblick atemberaubend schön ist.

Als die Sonne schließlich alles erhellt und uns wieder warm ist, kommt langsam der Hunger und die Müdigkeit. Nach einer Fahrt weiter bergab, finden wir in Paliki eine passende Stelle, halb im Wald.

Hier schlagen wir unser Picknick-Lager auf und kuscheln uns für einen kleinen Schlaf ins Auto. Als die Sonne zur Mittagszeit hoch steht, geht es für uns zum nächsten Tagesziel, der Melissani Höhle. Diese Höhle ist ein Wunder der Natur, welches bis heute Fragen offen lässt. Die Höhle ist getrennt in einen zum Himmel hin offenen Teil und einen Teil der eher an eine Höhle erinnert, mit von der Decke hängenden Tropfsteinen. Inmitten der zwei Bereiche befindet sich eine kleine Insel. Vor mehreren tausend Jahren ist ein Teil der Decke durch ein Erdbeben eingestürzt, was der Höhle den besonderen Touch gibt.

1951 haben Höhlenforscher die Höhle entdeckt und erforscht. Das wollen wir auch und so machen wir uns auf den Weg. Vor Ort angekommen, haben wir Glück. Es sind nicht allzu viele Touristen da und so kommen wir mit einem Rutsch durch. In der Höhle warten 5 Ruderboote, mit einem gleiten wir über das Wasser. Der Ruderer erzählt die Geschichte der Höhle und schippert uns über das kristallklare Wasser.

Beinahe sieht es aus, als würden die Boote schweben. Das Blau des Wasser spiegelt sich durch die Sonne an den Wänden der Höhle in tausend Farben wieder.

Wirklich beeindruckend! Nach diesem Erlebnis müssen wir erst einmal entspannen und uns abkühlen. So fahren wir zu einem weiteren „Must See“ der Insel, dem Myrtos Beach. Als einer der schönsten Strände der Welt gekürt, wirkt er vor allem von oben gigantisch schön.

Aber auch unten am Strand selbst kann er sich sehen lassen. Türkises Wasser so weit das Auge reicht.

Wir entdecken ganz am Ende eine kleine Höhle durch die man vom Strand ins Wasser gelangt und lassen uns gleich wieder in das kühle Nass gleiten.

Nach einem ausgiebigen Schläfchen in der Sonne,

geht es weiter um das Wunder der Melissani Höhle weiter zu erkunden. Wir haben erfahren, dass die Quelle des Sees in der Höhle nicht weit von Argostoli liegt. In Katavothres wurden um 1835 sogenannte „Schlücklöcher” entdeckt. In diese fließt Meerwasser und verschwindet im Erdreich. Die Griechen haben sich dies zu nutze gemacht und Wassermühlen aufgestellt, welche noch heute zu besichtigen sind.

Aber wo fließt dieses Wasser hin? Geologen haben das in den Löchern verschwindende Wasser mit einem Farbstoff angereichert, welcher nach zwei Wochen in der Melissani Höhle wieder gesehen wurde. Von dort fließt das Wasser dann über den See in Karavomilos, welchen wir gestern besichtigt hatten, wieder zurück ins Meer. Mutter Natur, du machst uns sprachlos. Zum Abschluss des Tages schauen wir uns bei einem Bier noch den Leuchtturm von Argostoli an.

Nach den vielen Kilometern in den letzten Tagen, entscheiden wir uns heute früh, das Auto etwas früher abzugeben und mit Pelican weiter Richtung Zakynthos zu fahren. Der Wind steht perfekt um für eine Nacht in der berühmten Shipwreck Bay der Insel zu übernachten. So nehmen wir Kurs auf diese Bucht und sind nach ein paar Stunden unter Motor an unserem Ziel.

Als wir ankommen, laden die Ausflugsboote gerade die Tagestouristen ein und so sind wir wenig später vor dieser atemberaubenden Kulisse ganz allein.

Viel hält uns nicht mehr an Bord und so machen wir das Beiboot klar uns fahren zum Strand.

Bei einem kühlen Bier genießen wir den Blick auf das Wrack und auf Pelican.

Es kommen noch zwei weitere Boote und so fühlen wir uns beruhigt über Nacht zu bleiben. Etwas erschöpft, geht es früh ins Bett. Leider soll die Nacht nicht so ruhig bleiben wie erhofft. Mitten in der Nacht fängt der Wind wie wild an zu pfeifen. Nicht in die Bucht hinein, sondern über die hohen Klippen als Fallböen. Erschwerend kommt hinzu, dass unsere Gerät für die Ankerwache durch die hohen Klippen Probleme hat ein ordentliches GPS Signal zu empfangen und so sind wir in der Nacht irgendwo zwischen dem nächsten Kaffee, erschöpftem Eindösen und „Anker hoch, wir treiben!“.

Shipwreck Bay – Zakynthos / Griechenland – Pylos – Peloponnes / Griechenland
03.-05.10.2017

Aber wir treiben nicht und so schaffen wir es noch bis es hell wird, vor Anker zu bleiben. Früh machen wir uns dann aber auf den Weg, die Westküste entlang, zur südlichsten Bucht Kolpos Lagana.

In dieser Bucht gibt es, auf Grund des Lebensraums der Schildkröten, besondere Richtlinien wo man ankern darf. Wir ankern erst ganz im Westen der Bucht und fallen mit dem letzten Ton des Motors in einen sehr ruhigen und erholsamen Schlaf. Nach ein paar Stunden schauen wir uns die Ankermöglichkeiten noch einmal genau an und entdecken, dass man bis vor die kleine Insel Agios Sostis ankern darf. So platzieren wir Pelican direkt davor und gehen in die Bar auf der Insel.

Wir verbringen einen schönen Abend und schlafen dann wie auf Wolken an Bord. Um 4 Uhr klingelt der Wecker und wir lichten den Anker um Kurs auf Pylos zu nehmen. Das sind gut 60 Seemeilen und so müssen wir früh los. Aber nach ein paar Meilen werden wir mit einem gigantischen Sonnenaufgang belohnt.

Ganz verzaubert lassen wir uns weiter treiben. Spannender wird die Fahrt aber nicht mehr. Wir lesen, essen und schlafen bis wir die Bucht von Navarino erreichen.

Auch hier befindet sich eine verlassene Marina, in der wir noch einen freien Platz ergattern. Ein sehr hilfsbereiter Segler, Helmut, hilft uns beim Anlegen und zeigt uns gleich wo wir Wasser bekommen. Erschöpft von der langen Fahrt, geht es heute früh ins Bett. Am nächsten Morgen machen wir eine Autovermietung ausfindig und bekommen für die nächsten drei Tage einen kleinen Flitzer. Es wird wieder ein Sturm aufziehen und so werden wir die nächsten Tage wieder einmal ein paar Kilometer mit dem Auto sammeln. Unser erster Stop ist der Voidokilia Beach. Ein ganz besonderer Strand, denn die kleine Bucht hat die Form des griechischen Buchstabens Omega und bildet mit dem Vogelreservat der Gialova Lagune ein weiteres Naturspektakel. Schon vom Strand aus ist die Bucht wunderschön.

Seichtes Wasser, feiner Sandstrand und kristallklares Wasser. Nachdem wir uns hier kurz entspannt haben, entschließen wir uns das Old Navarino Castle anzusehen, in der Hoffnung, die Bucht noch von oben begutachten zu können. Nach einem kurzen aber strammen Anstieg mit dem nicht ganz perfekten Schuhwerk (Flipflops!) werden wir mit einer atemberaubenden Kulisse belohnt.

Wir schlendern durch die Ruinen, laufen auf der ehemaligen Burgmauer und genießen die wahnsinnige Aussicht.

Voidokilia Beach von oben.

Nach einer Weile freuen wir uns aber auf ein kühles Bier und so laufen wir zurück zum Auto und fahren zu einer Strandbar, an der wir den Abend ausklingen lassen.

Pylos – Peloponnes / Griechenland
06.-08.10.2017

Heute geht es nach Kalamata, in der Hoffnung das berühmte Kalamata Olivenöl zu bekommen. Von Pylos ist es eine Stunde in der wir an vielen kleinen Obstständen mitten in der Walachei vorbeifahren. In Kalamata angekommen, schauen wir uns als erstes den Hafen an, in dem wir an einem Restaurant kleine Schildkröten entdecken.

Das war dann auch schon das schönste was wir in Kalamata sehen. Die Stadt ist weniger hübsch, eher grau und laut. Auch das Olivenöl finden wir nirgendwo. So bleibt es für Karl bei einem Friseurbesuch und dann fahren wir weiter. Wir fahren nun in die Berge. Mani, heißt der mittlere Finger der Peloponnes und verzaubert uns sofort. Die Kulisse in die wir fahren wird immer bergiger.

Als wir in das Dorf Kardamyli kommen, ist es vollends um uns geschehen. Die Häuser des Dorfes sind alle aus Naturstein, zwischen Olivenhainen gebaut.

Wir machen einen kleinen Spaziergang und lassen uns trotz des grauen Wetters verzaubern. Weiter fahren wir bis nach Gytheiou, wo wir mit einem Regenbogen empfangen werden.

Langsam dämmert es und wir haben noch einen langen Heimweg vor uns. So kaufen wir uns an einem Kiosk ein Bier, fahren weiter hoch in die Berge und genießen von dort den Sonnenuntergang.

Dann machen wir uns auf den Rückweg. Natürlich haben wir uns unbewusst die spannendste Strecke ausgesucht, direkt durch die Berge und das im Dunkeln. Während ich mich auf die Wegführung konzentriere und vor jeder scharfen Kurve rechtzeitig warne, manövriert uns Karl durch unbeleuchtete Tunnel, Serpentinen und Kuhherden. So werden wir wenigstens nicht müde. Das kommt erst als wir wieder bei Pelican sind. Wie schön es ist, den ganzen Tag so viel schönes und fremdes zu sehen und dann immer wieder nach Hause zu kommen.

Heute fahren wir nach Methoni. Das kleine, hübsche Dorf liegt nur eine halbe Stunde entfernt von Pylos und hat ebenfalls eine Schlossruine, die wir besichtigen wollen. Es lohnt sich! Methoni Castle ist noch halbwegs gut erhalten beziehungsweise gut restauriert und so verbringen wir hier einige Stunden.

 

Auf dem Rückweg nach Pylos zieht sich der Himmel langsam zusammen und so beeilen wir uns schnell noch etwas Obst und Gemüse in einem kleinen Laden in Pylos zu kaufen.

Für das alles haben wir lediglich 20 Euro bezahlt und als i – Tüpfelchen haben wir als Dankeschön noch zwei Granatäpfel geschenkt bekommen. Wie erwartet, sind wir kaum an Bord und es fängt an zu regnen. Wir machen es uns an Bord gemütlich und während ich wegen Zahnschmerzen liegen bleibe, geht Karl noch auf einen Plausch bei einem Segler vorbei.

Heute wollen wir weiter, um unserem gewünschten Winterziel Kreta weiter näher zu kommen. So legen wir nach ein paar Erledigungen ab und verlassen die Marina. Als wir jedoch auf die Ausfahrt der Bucht zufahren, sehen wir draußen riesige Wellen. Der Wind hat zwar inzwischen nachgelassen, jedoch haben sich die Wellen noch nicht beruhigt. Da ist für uns aktuell kein Durchkommen. Wir entschließen uns erst einmal zu ankern und dann weiter zu sehen. Wir haben uns wohl richtig entschieden, denn kurz nach uns ankert ein Pärchen neben uns die gerade in die Bucht gefahren sind. Glückliche und zufriedene Gesichtsausdrücke sehen anders aus. Ich nutze die Zeit und putze Pelican und schreibe etwas an unserem Blog,

während Karl in unseren sämtlichen Apps noch einmal nach Wind und Wetter schaut. Bald wird ihm klar, dass die Überfahrt nach Kreta in der nächsten Zeit tückisch wird. Entweder wird starker Wind aus der Adria erwartet oder der Meltemi pfeift aus der Ägäis. Dazu kommen die Düseneffekte durch Kythira und Antikythira, welche die Windestärke leicht verdoppeln können, in Lee der Inseln ist bei Starkwind mit Windhosen und kleineren Tornados zu rechnen. Nach langem hin und her entscheiden wir uns hier in Pylos zu bleiben. Da uns zwei Tage zuvor jemand angeboten hat, dass Pelican auch hier aus dem Wasser gehoben werden kann, bietet sich das an. Begeistert bin vor allem ich nicht, weil wir eigentlich meine Eltern auf Kreta treffen wollten aber ich werde dann wohl einfach nochmal einen Landurlaub mit ihnen verbringen. Nachdem dies also beschlossene Sache ist, machen wir uns wieder auf den Weg in die Marina.

1 Gedanke zu „Kefalonia / Griechenland – Pylos – Peloponnes / Griechenland

  1. Tolle Burgenbilder. Macht echt neidisch. Ich glaube, ich wäre da auch stundenlang rumgeklettert. Ich freue mich so für euch, dass ihr das alles erleben könnt.
    Nun ist die Winterpause eingeläutet…. Freut euch aufs Frühjahr, dann geht es mit dem Abenteuer weiter.

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